Bericht zum Teil Geburtshilfe in der Mission 2015 des SST

Gero Drack

Ein Treffen von nur vier Personen am Check-in in Zürich, sechs verschiedene, zeitlich gestaffelte Gruppen- und Individualaufenthalte und insgesamt ein nur halb so grosser Personalbestand wie in den vergangenen Jahren: Die Veränderung der Mongoleimission "des SST" (neu-alt wieder: der Swiss Surgical Teams) war unübersehbar. Ein Gewitter beim Transit in Moskau mit Verspätung des Weiterflugs war ein meteorologischer Paukenschlag unterwegs zur letzten Runde unserer Arbeit mit vielen langjährigen Freunden in vertrauter Klinik in vertrauter Stadt. Vertraut?

Ja, die Mehrheit der Gesichter ist gut vertraut, sowohl beim Personal unseres Standardhotels Edelweiss wie auch in der Klinik. Doch die andere Konstante während der letzten ein bis zwei Jahrzehnte hier in Ulaanbaatar ("UB") ist die unglaubliche Dynamik der Entwicklung: Die ehemalige pistenartige Strasse von der Stadt zum Flughafen ist durch eine auf langer Strecke sechsspurige Autobahn ersetzt; die Anzahl der 15- bis 20-stöckigen und noch höheren Wolkenkratzer ist bestenfalls zu schätzen; der Verkehr in der Innenstadt stockt in weiterhin zunehmender Dichte noch mehr als in den vergangenen Jahren. Auch das Areal mit dem Edelweiss darauf befindet sich seit letztem Jahr im Umbruch. Der aussenstehende Beobachter vermag zwar die Bauarbeiten in der noch tiefer gewordenen Baugrube nicht genau nachzuvollziehen, und das Projekt selbst mit den Zwillingstürmen scheint sich seit vergangenem Sommer auch gewandelt zu haben, ja sogar der Name des seinerzeitigen Unternehmens ist nicht mehr zu finden. Und in der Klinik schliesslich wurden manche Räume renoviert, viele Zimmerbeschriftungen wurden modernisiert und mit englischer Übersetzung versehen, und zahlreiche Intensivpflegemonitore sind dank Schenkungen (vorwiegend "From the People of Japan") neu aufgestellt worden.

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