Einsatzbericht SST St. Mary's Hospital Okpoga 2014

Okpoga, Nigeria - 31.5. - 14.6.2014

 

Team:
Elvira Hospenthal
 
Christine Köchli
 
Jennifer Klaasen
 
Jörg Wydler

 

Reise:

Flug mit BA über London. Problemloser Flug, in der "World Traveller Plus-Klasse" sehr bequem und angenehm. Einreise in Nigeria völlig problemlos, niemand wollte die vorbereiteten Papiere der Botschaft oder von Sr Christiane sehen. Keine Kontrolle des Gepäcks oder des teilweise in Schachteln verpackten Materials. Durch die rasche Einreise mussten wir sogar kurz auf Christiane und den Fahrer warten.  Die Weiterreise wurde neu gewählt, da die Strasse über Makurdi geschlossen sei. Die Fahrt ging direkt nach Süden, über Lokoja, wo Benue und Niger zusammenfliessen. Dieser Weg ist landschaftlich viel reizvoller und vor allem mit ca. 6,5 Std. wesentlich kürzer.
Warmer Empfang im St. Marys vom ganzen Staff. Unterbringung perfekt im Gästehaus. Bezug des OP.

Medizinische Tätigkeit:

 

Sehr gute Organisation des Empfangs, Administration der Patienten. Bereits am ersten Tag konnten wir nach einer Patientenselektion mit den Operationen beginnen. Vielleicht sollten neue Teammitglieder, die noch nie in Okpoga waren, darauf aufmerksam gemacht werden, dass innerhalb der ersten ca. 3 Tage die OP-Listen für den ganzen Aufenthalt  bereits gefüllt werden sollten, da nachher kaum mehr zusätzliche Patienten vorbei kommen.
Von Patientenseite her die üblichen Krankheitsbilder mit Inguinal-, Femoral-, Epigastrischen- und Umbilicalhernien. Daneben viele, ausgesprochen grosse Lipome und Hydrocelen.
Leider mussten wir einen chronischen Netzinfekt nach Lichtenstein im Februar 2014 diagnostizieren mit einer Fistel median und einer lateral (Patientin markiert und beschrieben in der Patientenliste). Anamnestisch sei es nicht zu einem Hämatom, sondern schon 2 Wochen postoperativ zu den chronischen Sezernierungen gekommen. Wir haben das Netz explantiert, es zeigte über die ganze fläche einen Infekt mit typischen Gewebe. Sekundäre Wundheilung, leider hatte die Patientin am nächsten Morgen bereits vor unserer Kontrolle das Spital verlassen, sodass wir keine Nachkontrolle für September abmachen konnten.

 

Zusätzlich sahen und operierten wir eine grosse Rezidivhydrozele nach Operation im September 2013.
Von unseren Patienten haben wir in dieser Zeit keine Komplikationen gesehen, 3mal stellten sich Patienten postoperativ wieder vor, einmal mit einem sehr diskreten Hämatom und zweimal mit Schmerzen. Alle konnten konservativ behandelt werden.

Wir haben in der kurzen Zeit 119 Eingriffe durchgeführt, was bezüglich des Erfahrungsstandes der Teammitglieder eine gute Leistung darstellt. Ausgesprochen hilfreich für uns Chirurgen war einmal mehr der unermüdliche Einsatz von Elvira Hospenthal. Ich bin überzeugt, dass ein flüssiger Ablauf der Operationen nur dank eines solchen Mitgliedes möglich war.

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