Projekt Tansania

Projektleiter Dr. med. Jörg Wydler

Das tansanische Festland besteht aus einer 16 bis 64 Kilometer breiten Küstenebene mit tropischer Vegetation, der 213 bis 1067 Meter hoch gelegenen Massai-Savanne im Norden und einem Hochplateau im Süden (900-1200 Meter), das bis zum Malawisee reicht. Der Zentralafrikanische Graben berührt Tansania im Westen, der Ostafrikanische Graben verläuft zentral durch das Land. Zeugen der geologischen Vorgänge in dieser tektonischen Bruchzone sind riesige Krater und Vulkane wie der Mount Rungwe (2960 m), der Mount Meru (4562 m) und der höchste Berg Afrikas, der Kibo (5895 m). Das Staatsgebiet von Tansania grenzt an drei der größten Seen Afrikas: im Norden an den Viktoriasee, im Westen an den Tanganjikasee und im Süden an den Malawisee. Im Nordwesten Tansanias liegt die Serengeti (Massai-Sprache: "weites Areal", "große Ebene", "unendliches Land"), einer der bekanntesten Nationalparks Afrikas.

Feucht- und Trockensavannen mit Schirmakazien und Baobab-Bäumen dominieren einen Großteil Tansanias. Halbwüsten und Küstenebenen (zum Teil mit Mangrovensümpfen) machen die übrige Landschaft aus. Entlang der flachen Küste Tansanias herrscht ein tropisches Klima, während in den Bergen im Norden, Süden (Mbeya-Range, Poroto-Berge, Livingstone-Berge, Kipengere-Berge, Kitulo-Plateau) und Westen das Klima gemäßigt ist. Im Nordosten des Landes, unweit der Grenze zu Kenia, erhebt sich das höchste Bergmassiv Afrikas, das Kilimandscharo-Massiv, dessen höchste Stelle - der Uhuru Peak - auf dem Berg Kibo (5895 m) liegt.

Tansania weist ein starkes Bevölkerungswachstum auf. Die zusammengefasste Fruchtbarkeitsziffer liegt bei 5,3 Kindern pro Frau. Derzeit sind etwa 44 Prozent der Menschen unter 15 Jahre alt, so dass mit einem weiteren Bevölkerungsanstieg zu rechnen ist. Zugleich muss man aufgrund weit verbreiteter Armut und der relativ hohen Verbreitung von AIDS von einer hohen Sterblichkeitsrate ausgehen.

Es gibt in Tansania mehrere Universitäten und andere höhere Bildungseinrichtungen. Die bekannteste Universität ist die University of Dar es Salaam. Andere wichtige Universitäten sind die Sokoine University of Agriculture sowie die Hubert Kairuki Memorial University. Die evangelisch-lutherische Kirche in Tansania unterhält die Tumaini University, eine Universität mit drei Standorten. Die Römisch-katholische Kirche unterhält den Hochschulverbund der St.-Augustinus-Universität Tansania (SAUT).

Das Schulsystem wurde durch die Kolonialisierung stark vom britischen System beeinflusst. So gibt es eine siebenjährige Grundschule (Primary School; Standard one to standard seven), die laut der herrschenden Schulpflicht alle Schüler besuchen können. Danach gehen die Schüler in die Secondary School, die insgesamt sechs Schuljahre umfasst (unterteilt in vier und zwei Jahre). Der erfolgreiche Abschluss gibt die Erlaubnis des Besuches einer Universität.

Seit 2002 müssen keine Schulgebühren mehr gezahlt werden, was vor allem auf dem Land auch dazu führt, dass sehr große Klassen von einem Lehrer in einem Klassenraum unterrichtet werden. Zudem müssen sich die Eltern trotzdem an den Kosten für den Schulunterricht beteiligen (offiziell für Verpflegung, Transport und Schuluniform). Dieses Geld wird meist auch für Mobiliar, Hefte und Kreide verwendet, auch das nötigste ist in den Schulen oft nicht vorhanden. Zudem müssen die Eltern meist die Schulbücher finanzieren. Vor allem auf dem Land kommt es deswegen nicht selten vor, dass manche Kinder gar nicht zur Schule gehen.

Wenn es sich die Eltern leisten können, können diese auch für eine sehr gute Schulbildung sorgen, an den privaten oder den internationalen Schulen in den Ballungszentren des Landes. Es gibt mehrere internationale Schulen. Im Norden Tansanias gibt es eine Schule mit einem Abzweig, die International School Moshi mit dem Abzweig in Arusha. In Moshi gibt es ein Schulsystem vom Kindergarten bis IB2, in Arusha nur bis S5.

Die durchschnittliche Lebenserwartung bei der Geburt wird mit 58,9 bis 60,76 Jahren angegeben. Die Säuglingssterblichkeit beträgt 75 pro 1.000 Geburten, die Müttersterblichkeit 95 pro 10.000 Geburten. 43 Prozent der Geburten können medizinisch betreut werden. 20 Prozent der Frauen stehen moderne Verhütungsmittel zur Verfügung.

Tansania gehört zu den ärmsten Ländern der Welt. Tansania ist etwa zweieinhalb Mal so groß wie Deutschland, hat aber nur die Hälfte der Bevölkerung. Steigende Lebensmittelpreise führten dazu, dass die privaten Einkommen überwiegend für Lebensmittel aufgebraucht werden. Angesichts der Armut in Tansania wurde dem Land 2001 von der Weltbank ein Schuldenerlass gewährt. Bergbau, Tourismus und Baumwollanbau sind Wirtschaftszweige, die zunehmend erfolgreicher sind.

Im Zeitraum von 1996 bis 2005 waren rund 16.915.000 Tansanier als Erwerbstätige gemeldet. Davon waren 70 % im landwirtschaftlichen Sektor beschäftigt, 19 % im Dienstleistungssektor und nur 5 % im industriellen Sektor. Als offiziell arbeitssuchend galten 5,1 % der Bevölkerung.

Im informellen Sektor sind rund 43 % der Bewohner Tansanias tätig. Der informelle Sektor ist somit nach dem landwirtschaftlichen Sektor der zweitwichtigste Sektor in Tansania.

 


Fakten zu Tansania
Fläche:  945'087 km²
Einwohnerzahl: 42 Millionen
Hauptstadt: Dodoma
Lebenserwartung: 60 Jahre (Männer), 61 Jahre (Frauen)
Armutsrate: 36 Prozent (weniger als 1 Dollar pro Tag)
BSP pro Kopf: 1050 Dollar


 

 

 

 

 

 

Politische Karte von Tansania: