Swiss Surgical Teams, Mongolei 2012

Beat Kehrer, Dr. med. Teamleader SST Mongolei / Präsident Jürg Ammann- Stiftung

Die Mongolei steht vor einem grossen wirtschaftlichen Aufschwung. So heisst es in einem Text der BBC: "Die Mongolei besitzt riesige Bodenschätze, die bis anhin nicht ausgebeutet wurden. Es ist damit zu rechnen, dass grosse Investitionen aus dem Ausland die bislang unbedeutende Wirtschaft des Landes massiv beeinflussen werden." Experten erwarten ein rasantes Wirtschaftswachstum!

Wir haben diese Entwicklung schon in den vergangenen Jahren aufmerksam verfolgt. Sie zeigt sich hauptsächlich im Süden des Landes, wo riesige Minen zur Ausbeutung von Kohle, Kupfer und anderen Rohstoffen entstehen. Auch in der Hauptstadt wachsen überall Hochhäuser aus dem Boden; Luxushotels werden gebaut und der Verkehr bricht zusammen.

Auch im Gesundheitswesen manifestiert sich dieser Boom. In den Spitälern werden z.B. erstmals Renovationen vorgenommen, neue Gebäude und moderne, gut ausgerüstete Operationsräume entstehen.

Bauboom in Ulaanbaatar

Auch 2012 war Weiter- und Fortbildung unserer Kolle_ginnen und Kollegen unser primäres Anliegen. Dies bei gemeinsamer Visite am Krankenbett, im Operationssaal, während Sprechstunden oder auch im Rahmen von Vorlesungen und Kursen. Verschiedene Teams waren sowohl in der Hauptstadt als auch in kleinen Ortschaften im Norden und Osten des Lan_des, weit ausserhalb der Grossstadt Ulaanbaatar, tätig.

Der Ausbau des von der DEZA mitfinanzierten Telemedizin-Netzwerkes ist praktisch abgeschlossen. Sowohl die grossen Kliniken in der Hauptstadt als auch die kleinen Landspitäler sind mit der notwendigen Hard- und Software ausgerüstet und über Internet miteinander verbunden. Sie können z.B. unter sich kommunizieren, Fälle besprechen, Weiterbildungen organisieren oder international Konsilien einholen. Es ist geplant, Ende Juni 2013 das landesweite Netzwerk offiziell der mongolischen Regierung zu übergeben.

Kurs für Telemedizin

Im Wintersemester 2011/2012 und 2012/2013 konnten wir wieder je drei junge Ärzte/Ärztinnen für 6 Monate in die Schweiz einladen. Die grosszügige finanzielle Unterstützung durch die Eidgenössische Stipendienkommission (ESKAS) erlaubt uns, ihnen unser Schweizer Gesundheitswesen zu zeigen. Ziel ihres Aufenthaltes ist nicht nur ihr Fachwissen zu ergänzen, sondern ihnen auch zu vermitteln, wie eine Klinik organisiert und geführt wird. 34 mongolische Ärzte haben bisher von dieser Möglichkeit profitieren können.

Stipendiat für Pathologie in Basel

Die Entwicklung in der Mongolei zwingt uns, unsere Aktivitäten zu überdenken und den neuen Gegebenheiten anzupassen. Wir werden in Zukunft kein medizinisches Material mehr in die Mongolei schicken, da inzwischen bereits Firmen aus Japan und Korea vor Ort sind.

Unsere Tätigkeit werden wir gezielt auf die Orte beschränken, welche unsere Hilfe dringend benötigen.

Es sind dies einerseits Landspitäler in Gebieten, wo keine Bodenschätze vorhanden sind. Zudem werden einzelne Mitglieder des Teams die begonnene Fortbildung in ihren jeweiligen Spezialgebieten gezielt zu einem Abschluss führen.

Im vergangenen Jahr haben wir deshalb nach neuen Ländern gesucht, wo wir unser Wissen und unsere Erfahrung nutzbringend einsetzen können. Eine Möglichkeit, unsere freiwerdenden Mittel sinnvoll einzubringen, haben wir bereits gefunden, andere werden wir 2013 sorgfältig evaluieren.

 

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