Tabora 2019 – ein Jahresrückblick

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Seit November 2015 engagiert sich die Universitäts-Frauenklinik Basel und die Swiss Surgical Teams im Kitete Regional Referral Hospital in der Stadt Tabora im Westen Tansanias. Das Krankenhaus ist das Zentrumsspital für 2.9 Millionen Menschen, die in der gleichnamigen Region Tabora leben.

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Eingang zum Kitete Regional Referral Hospital, Tabora

Der Schwerpunkt unserer Zusammenarbeit liegt im Bereich Mutter- und Kind-Gesundheit / reproductive health. Hier möchten wir dazu beitragen eine nachhaltige Verbesserung zu erreichen. Unser Ziel ist es:

Die medizinische Versorgung menschenwürdiger zu gestalten

und

die hohe Neugeborenen- und Mütter-Sterblichkeitsrate zu senken!

 

Dieses Ziel möchten wir v.a. durch die Aus- und Fortbildung der Mitarbeitenden des Kitete Spitals erreichen. Als Universitätsspital haben wir darin Erfahrung Personal zu qualifizieren. Dabei fokussieren wir uns v.a. auf Ärztinnen und Ärzte, Pflegende und Hebammen, sowie MedizintechnikerInnen.

Aufgrund der positiven Erfahrungen in der Zusammenarbeit aller Beteiligten wurde im Mai 2018 zwischen dem Unispital Basel und dem Kitete Spital ein offizieller Partnerschaftsvertrag geschlossen. Die Partnerschaft ist Teil der Afrikastrategie der Universität Basel «Moving with Africa», innerhalb derer die Zusammenarbeit mit Tabora ein Schwerpunkt bildet. Diese Partnerschaft stellt unsere Zusammenarbeit auf ein breites stabiles Fundament.

Wir haben in den letzten Jahren Vieles erreichen können. Diese Hilfe vor Ort wäre aber nicht möglich gewesen, wenn wir Ihre grosszügigen Spenden nicht erhalten hätten.

 

Wir berichten Ihnen nachfolgend, was 2019 dank Ihrer Unterstützung möglich wurde:

Lehraufenthalte in Tabora

Unsere Teams, die jeweils aus erfahrenen GeburtshelferInnen/GynäkolgInnen und Hebammen, sowie Medizintechnikern bestehen sind pro Jahr zweimal zwei Wochen bzw. die Hebammen zweimal drei Wochen im Kitete Spital.

Zum 8. Mal war ab 23. Mai 2019 ein Team der Universitäts-Frauenklinik Basel (USB) unter der Leitung von Frau Prof. Irene Hösli in Tabora. Die Finanzierung erfolgte durch die Swiss Surgical Teams (SST). Die ärztlichen Teammitglieder waren zwei Wochen im Kitete Spital, während die Hebammen 3 Wochen vor Ort blieben. Das USB stellt die Teilnehmenden dazu jeweils 50% bzw. die Hebammen 75% frei.

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Das Team von links nach rechts: Martina Gisin (Fachverantwortliche Hebamme USB),
Miriam Zoller (Hebamme KSBL), Samira Akra (Hebamme USB), Dr. Heike Willi (Oberärztin der Frauenklinik USB),
Patrick Rinderknecht (
Medizintechniker USB), Monika (die gute Seele des Hotels),
Frau Prof. Irene Hösli (Teamleiterin, Chefärztin Geburtshilfe und Schwangerschaftsmedizin USB)

Zeitgleich waren Dr. André Rotzer, Präsident der Swiss Surgical Teams (SST), Dr. Jörg Wydler, Vizepräsident der SST und Dr. André Kind, Mitglied des Vorstands der SST und Kooperationsleiter USB-Tabora für eine Woche in Tabora, um die Zusammenarbeit mit der Abteilung für Chirurgie am Kitete Spital zu evaluieren.

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Auf der linken Seite: Dr. André Rotzer (Präsident der SST), Dr. Maja Brunner (Oberärztin Anästhesie),
Dr. André Hofer, (Oberarzt Anästhesie), Dr. Kennedy Maibe (in Ausbildung zum Facharzt für Gynäkologie und Geburtshilfe)

Auf der rechten Seite: Prof. Albert Urwyler (ehem. stv. Chefarzt der Anästhesie USB),
Dr. Jörg Wydler (Vize-Präsident der SST), Dr. Gunini Kamba (ehem. Regional Medical Officer Tabora),
Dr. Nathan Warioba (in Ausbildung zum Facharzt für Gynäkologie und Geburtshilfe)

Ebenfalls zeitgleich hat Prof. Albert Urwyler (ehem. stv. Chefarzt der Anästhesie USB, Dekan der Medizinischen Fakultät), eine Fortbildung für Anästhesietechniker der Region Tabora in Tabora organisiert, abgehalten und grösstenteils selbst finanziert. Damit soll auch die Sicherheit von geburtshilflichen Operationen erhöht werden.

Zusammen mit der Oberärztin Maja Brunner und dem Oberarzt André Hofer, beide in der Anästhesie am USB tätig, hat Prof. Urwyler einen intensiven Auffrischungskurs in safe surgery und Anästhesie für 15 Teilnehmende durchgeführt. Aufgrund der positiven Rückmeldungen der Teilnehmenden und dem ausdrücklichen Wunsch der Gesundheitspolitiker der Region und des Spitals, plant Prof. Urwyler einen neuen Kurs im Mai 2020.

Am Ende des dreiwöchigen Arbeitsaufenthaltes der Hebammen in Tabora sind 2 Hebammen vom Kitete Spital mit in die Schweiz gekommen. Aimbora Silaa und Loveness Banda waren insgesamt 3 Monate in der Schweiz um unser Gesundheitswesen und unser Spital kennenzulernen. Der Aufenthalt wurde vom USB finanziert und hatte als Schwerpunkte: Hygiene, Betreuung von Patientinnen, Dokumentation und Übergabe im Team.

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Links Aimboraa Silaa und Loveness Banda vor ihrem Abflug in die Schweiz

Vom 27.Oktober bis 10. November (9. Einsatz) war ein Team der Frauenklinik USB unter der Leitung von Dr. André Kind am Kitete Spital. Erstmals war Dr. Brigitte Frey Tirri, Chefärztin der Frauenklinik des Kantonsspitals Baselland mit dabei. Der Einsatz wurde von den Swiss Surgical Teams (SST) finanziert. Das USB stellt die Teilnehmenden dazu jeweils 50% bzw. die Hebammen, die drei Wochen blieben 75% frei.

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Das Team von links nach rechts hinten: Andrea Ankli (Hebamme USB),
Dr. Brigitte Frey Tirri (Chefärztin Frauenklinik KS Baselland),
Roland Enzler (Medizintechnik), Dr. Linda Herberich (Ärztin Frauenklinik USB)

Von links nach rechts vorne: Dr. Cecile Monod (Oberärztin der Frauenklinik USB), Danielle Barth (Hebamme USB),
Dr. André Kind (Teamleiter, Ärztlicher Leiter Poliklinik & gynäk. Dysplasieeinheit, stv. Chefarzt Gynäkologie USB)

 

Das Kitete Regional Referral Hospital

Für die Frauenklinik verbessern sich die Rahmenbedingungen. Durch ein neues Managementteam mit dem neuen Hospital Direktor Dr. Waziri wurden die Organisation, aber auch die Verantwortlichkeiten mit Rechten und Pflichten aller Mitarbeitenden im Spital klargestellt. Damit sind die Aufgaben nun für Alle klar. Zusätzlich gibt es jetzt neu in der Abteilung für Innere Medizin und in der Radiologie einen Facharzt.

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Der neue Executive Director des Kitete Regional Referral Hospitals in Tabora Dr. Mark Waziri mit Dr. André Kind

Auf dem Champus des Spitals wurde im Herbst ein College für die Ausbildung von clinical officern (Mischung aus Pflege- und Arztberuf) eröffnet. Neben der Verpflichtung, die praktische Ausbildung zu übernehmen, heisst das für das Kitete Spital aber auch, dass mehr Arbeitskräfte vorhanden sind. Das gleiche gilt für den Status als Lehrkrankenhaus, den das Kitete nun neu hat. Medizinstudenten aus Tansania kommen seit Herbst hier hin um ihr letztes Jahr des Studiums im Praktikum zu absolvieren.

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Das neue College für die Medical Officer Ausbildung auf dem Gelände des Kitete Regional Referral Hospitals in Tabora

Langsam lässt sich absehen, dass das Kitete Spital mittelfristig seine Aufgabe als Regional Referral Hospital wirklich erfüllen können wird.

Gynäkologie und Geburtshilfe

Der Schwerpunkt unserer Zusammenarbeit bleibt die Aus- und Weiterbildung des medizinischen Personals vor Ort: Wir haben inzwischen standardisierte Theorieblöcke entwickelt, machen „bedside-teaching“, Simulationen geburtshilflicher Notfallsituationen und die Neugeboren-Wiederbelebung. Praktische Übungen zur Vakuumentbindung, assistieren bei Kaiserschnittoperationen und schwierigen gynäkologischen Operationen sowie das führen gemeinsamer gynäkologischer Sprechstunden.

 

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In den letzten Jahren haben wir eine zunehmende Verbesserung im Umgang mit den häufigsten geburtshilflichen Notfallsituationen wie Eklampsien und nachgeburtlichen Blutungen und eine deutliche Verbesserung in organisatorischen Belangen gesehen. Notfallsituationen werden inzwischen als Teamarbeit den Richtlinien folgend behandelt. Das ist nicht nur für uns befriedigend anzusehen, sondern hat einen wirklichen Einfluss auf die Mütter und Kinder: die Müttersterblichkeit ist in den letzten Jahren am Kitete Spital erheblich gesunken.

Dazu beigetragen hat auch ein engagiertes Hospital Managementteam und ein sehr motivierter umsichtiger Leiter der Pharmazie, der dafür sorgt, dass es kaum noch Mangel an etablierten essentiellen Medikamenten und Verbrauchsgegenständen gibt.

Seit Beginn der Ultraschallausbildung der Hebammen und Ärzte durch die Schweizer Stiftung für medizinischen Wissenstransfer (SmW) beobachten wir den grossen Nutzen für die Geburtsabteilung. Bei diesen Kursen waren auch 2019 wieder 7 unserer ÄrztInnen und Hebammen dabei. Neben den Routineschalluntersuchungen sehen wir v.a. in Notfall-situationen im Gebärsaal, dass jetzt gezielt die richtige Massnahmen getroffen werden können und nicht «blind» wie zuvor. Zusammen mit den Ultraschallanfängern konnte das Schweizer Team geburtshilfliche Ultraschalluntersuchung durchführen und das Gelernte vertiefen.

Dies ist weiterhin nur möglich, weil die SmW-Stiftung die Kurse organisiert und die Kosten trägt: Vielen Dank an Karin Villabruna und Dr. Walter Gysel, Präsident der Stiftung SmW. Anreise und Unterbringung wurde erneut von der Fondation pour une Solidarité Internationale bestritten. Die Teilnehmer waren stolz, als Vertreter der Tabora-Region an den Kursen im Huruma Hospital, Mkuu im Rombo District, teilnehmen zu können.

Trotz diesen positiven Entwicklungen muss man leider sagen, dass es noch bessergehen könnte. Seit Juli 2017 gibt es in der Abteilung für Frauenheilkunde mit 6500 Geburten/Jahr keinen einzigen Facharzt für Gynäkologie und Geburtshilfe. Es sind im Moment nur drei junge Ärzte in der Frauenklinik, die inzwischen zwar 1 Jahr mehr Erfahrung haben aber ohne Supervision.

Dr. Maibe hat inzwischen seine Facharztausbildung in Daressalam beendet, muss aber leider seine Abschlussprüfung noch einmal im März 2020 absolvieren. Diese Ausbildung wurde in den ersten beiden Jahren durch die tansanische Regierung finanziert. Aufgrund von finanziellen Engpässen hat die Regierung einen grossen Teil der Unterstützung im Herbst 2018 gestrichen. Dank der grosszügigen finanziellen Unterstützung durch die Fondation pour une Solidarité Internationale kann Dr Maibe seine Ausbildung beenden. Mit der Zusage der Finanzierung hatte Dr. Maibe eine Verpflichtung unterschrieben, dass er nach Beendigung der Facharztausbildung zurück ans Kitete kehren wird, um dort zu arbeiten.

Er sollte als erster Facharzt für Gynäkologie und Geburtshilfe ab 1. April 2020 zurück am Kitete Spital sein.

 

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Dr. Kennedy Maibe (linkes Bild) und Dr. Nathan Warioba

Dr. Nathan, ehemaliger Arzt der Frauenklinik am Kitete, hat erfolgreich das zweite Jahr seiner Facharztausbildung für Gynäkologie und Geburtshilfe in Daressalam absolviert. Seine Ausbildung wurde von Anfang an von der Fondation pour une Solidarité Internationale bezahlt. Dr. Nathan hat sich ebenfalls verpflichtet nach Ende seiner Ausbildung im Oktober 2020 ans Kitete zurückzukehren.

So, dass wir dann Ende des Jahres, wenn denn Alles gut geht, 2 Fachärzte in der Frauenklinik haben sollten.

Auch bei den Hebammen sehen wir eine Stabilisierung des Teams, was sehr positiv ist. Durch den Aufenthalt der beiden Hebammen in der Schweiz haben sich organisatorisch bereits 2 Monate nach Rückkehr einige Dinge verbessert.

Suema, eine erfahrene, uns gut bekannte Hebamme, die bisher nur eine 3 statt 4-jährige Ausbildung hatte, hat im Oktober 2019 das fehlende Jahr der Ausbildung in Dodoma begonnen (finanziert durch Fondation pour une Solidarité Internationale).

Es gibt am Kitete viele motivierte Mitarbeitende, die in Zukunft gefördert werden können. Langfristig wird durch die Aus- und Fortbildung kompetenter ÄrztInnen und Hebammen der Grundstein gelegt, um das Kitete Hospital als qualitativ hochwertiges Referenzzentrum für Frauenheilkunde und Geburtshilfe zu etablieren

Medizintechnik

Das anfängliche Staunen, dass wir in unseren Teams immer Medizintechniker dabeihaben, ist inzwischen verschwunden. Unsere Techniker sind von unschätzbarem Wert, um die Arbeitsbedingungen vor Ort zu verbessern. Sie reparieren zahlreiche medizinische Geräte wie Sauerstoffkonzentratoren, Blutdruckmessgeräte und Neugeborenen-Reanimations-einheiten, aber auch defekte Türen und Fenster. Die Wartung von einigen Geräten durch die Tansanischen Kollegen vor Ort alleine funktioniert inzwischen, aber die Reparatur der z.T. komplizierten Geräte nicht. In der Werkstatt fehlt es weiterhin an allem; um Ersatzteile wie Glühbirnen, Schrauben etc. zu bekommen, muss jedes einzelne Teil in einer langen, bürokratischen Prozedur angefordert werden. Die Folgen: einheimische Techniker in einer Werkstatt ohne Geräte und Ersatzteile und damit einhergehend sinkende Motivation. Durch Ihre individuelle Spende ist es möglich Ersatzteile unbürokratisch direkt zu kaufen und einzubauen.

Unser Ziel ist neben den Wartungsarbeiten und den Reparaturen der medizintechnischen Infrastruktur ein gut ausgebildetes Medizintechnik-Team vor Ort zu schaffen. Deshalb hatten wir Ambokile Mbuki, einem jungen motivierten Mann im Team des Kitetespitals ausgewählt eine Grundausbildung in Medizintechnik (Programme of Biomedical Equipment Engineering) in Arusha am Technical College zu absolvieren. Dieses einjährige Studium hat er im September mit Bravur bestanden. Auch diese Finanzierung kommt von der Fondation pour une Solidarité Internationale.

Er hat so viel Freude an der Ausbildung entwickelt, dass er jetzt selbstfinanziert die gesamte 3-jährige Ausbildung machen möchte. Nach seiner Ausbildung ist er vertraglich gebunden und muss an das Kitete Spital zurückkehren.

 

 

 

 

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Roland Enzler mit Team, Patrrick Rinderknecht

Chirurgischer Teil der Kooperation

Nach vielen negativen Vorkommnissen musste 2018 die Zusammenarbeit im Bereich Chirurgie eingefroren werden. Bei der Evaluation der chirurgischen Abteilung im Mai 2019 waren die Zustände vor Ort weiterhin nicht so, wie erhofft und erwartet. Daraufhin wurden mit Dr Martine, dem Chefarzt der Chirurgie, und dem Hospital Management Team einige Zielvereinbarungen getroffen, die bis Oktober 2019 erreicht werden sollten. Leider wurde keine dieser Vereinbarungen angegangen bzw erreicht, so dass das SST sich jetzt entschieden hat, die Zusammenarbeit mit der Chirurgie des Kitete Spitals auszusetzen.

Wir sind unseren Spenderinnen und Spendern für eingesetzte Mittel, aber unseren Teammitgliedern auch für ihre eingesetzte Ferienzeit, Rechenschaft schuldig und so war dieser Schritt zu unser aller Bedauern unumgänglich.

Die SST werden aber die Zusammenarbeit mit der Frauenklinik und Medizintechnik fortsetzen.

Baumassnahmen

Im Juni 2019 konnte die Renovierung mit Anbau des Behandlungsraums für Frauen mit Fehlgeburten in der Frühschwangerschaft abgeschlossen werden. Dieser Raum war in einem desolaten Zustand. Komplikationen bei Fehlgeburten in der Frühschwangerschaft tragen nicht unerheblich zur hohen Sterblichkeit und Krankheitslast von Frauen bei.

Dank der Hilfe des in Daressalam lebenden Bauingenieurs Peter Sasse und dem Architekten Samuel Ackermann konnte jetzt ein hochwertiger Raum in Betrieb genommen werden, in dem eine angemessene medizinische Betreuung dieser Frauen möglich ist. Diese Baumassnahmen wurden zum einen grossen Teil durch die grosszügige Spende von Frau Prof. Irene Hösli möglich, die zugunsten der Frauen in Tabora auf private Geschenke zu einem runden Geburtstag 2017 verzichtete und zum anderen grossen Teil von einer anonymen Spenderin, der wir auf diesem Wege auch noch einmal ganz herzlich danken möchten.

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Der neue Raum mit noch alter Ausrüstung

Seit 2015 steht ein neuer von der tansanischen Regierung in Auftrag gegebener Operationstrakt neben dem Gebärsaal. Da der Bau von Anfang an so schlecht geplant war, dass er nicht für einen Betrieb zugelassen werden konnte und die baulichen Mängel sehr schnell zum Vorschein kamen, wurde dieses Gebäude nie eröffnet. Dank der Hilfe von Peter Sasse und Samuel Ackermann konnten die Mängel bei mehreren Begehungen und Vermessungen evaluiert und die Planung notwendiger baulicher Veränderungen für eine Inbetriebnahme erhoben werden. Gleichzeitig wird eine direkte Verbindung zwischen Gebärsaal und dem neuen Operationstrakt eingeplant, da auch diese in der ursprünglichen Bauplanung vergessen worden war. Im Rahmen dieser Verbindung wird es nun möglich, die Geburtsabteilung um drei Gebärbetten zu erweitern und die desolate Bausubstanz mit sanitären Einrichtungen etwas zu verbessern. Diese Massnahmen haben jetzt im November begonnen und schreiten unter der Aufsicht von Peter Sasse schnell voran. Die Planung der Baumassnahmen wurde von Prof. Marcel Tanner, dem Ifakara Health Institute und dem Swiss Tropical and Public Health Institute Basel unterstützt und durch das USB über die R. Geigy Foundation vorfinanziert.


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Der alte Gebärsaal und die sanitären Einrichtungen


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 Die Umbauarbeiten im Gange

 

Und was es sonst noch so gab

Heidrun Schoenberger hat für das USB beim Schweizerischen Jahreskongress der Gynäkologie und Geburtshilfe SGGG den Posterpreis für Humanitäre Hilfe zusammen mit der Schweizer Stiftung für medizinischen Wissenstransfer SmW gewonnen. Der Preis ist mit  5000 CHF dotiert. Der USB-Anteil geht vollständig in unsere Zusammenarbeit mit dem Kitete Spital.

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Im Dezember 2019 geht erneut ein Container mit medizinischen Gerätschaften von Basel nach Tansania.

Unsere konkreten Vorhaben für 2020

Um gutes und motiviertes Personal in Tabora zu halten bzw. Tabora für medizinisches Personal attraktiver zu machen, muss das isolierte Tabora etwas mehr mit der «Welt» verknüpft werden. Da die die tansanischen KollegInnen auch wissenschaftlich tätig sein wollen werden wir im kommenden Jahr zwei Studien mit direktem Nutzen für die Frauen vor Ort starten. Das eine Projekt untersucht den Nutzen von intravenös appliziertem Eisen bei schwangeren Frauen und das andere die Früherkennung von Gebärmutterhalskrebs.

Im Februar 2020 findet am St.Francis Referral Hospital in Ifakara nächste Ultraschallkurs mit Teilnehmenden vom Kitete Spital statt. Organisator und Sponsor wird weiterhin die Schweizer Stiftung für medizinischen Wissenstransfer SmW sein und die Fondation pour une Solidarité Internationale die Anreise und Unterbringung finanzieren. Dafür jetzt bereits herzlichen Dank.

Im März 2020 wird der erste Kolposkopiekurs durch Dr. Brigitte Frey-Tirri und Dr. André Kind am St Francis Hospital in Ifakara mit TeilnehmerInnen aus Tabora stattfinden. Dies soll zur Verbesserung der Qualität in der Gebärmutterkrebsvorsorge beitragen.

Im März 2020 werden die Regional Medical Officerin von Tabora Dr. Honoratha Rutatinisibwa und der Hospital Direktor Dr Mark Waziri nach Basel für ein Kennenlernen kommen. Es wird dann auch eine öffentliche Veranstaltung geben, zu der wir gerne noch einladen werden.

Vom 16. – 30. Mai 2020 wird der 10. Einsatz am Kitete von einem Team des USB unter der Leitung von Frau Prof. Irene Hösli stattfinden. Der Einsatz wird durch die Swiss Surgical Teams finanziert.

Gleichzeitig wird Prof. Albert Urwyler, den 2. Auffrischungskurs Anästhesie und safe surgery in Tabora halten. Dazu kann er jetzt die neuen Räume des College für Clinical officer nutzen.

Im Anschluss an diesen Einsatz werden Mwanaid Shange (Pflegedienstleiterin Kitete Spital) und Pili Maulidi Kapitapo (stv. Leiterin Hebammen) in die Schweiz kommen. Auch dieser Aufenthalt wird wieder vom USB finanziert.

Im November 2019 wird dann der 11. Einsatz am Kitete stattfinden.

Nachdem aus formalen Gründen, Dr. Kaponta, ein Arzt am Kitete, den wir seit Anfang des Projektes kennen, seine Facharztausbildung in Gynäkologie und Geburtshilfe in Daressalam nicht beginnen konnte. Wird er dies jetzt im Herbst 2020 machen. Auch er hat sich verpflichtet nach Ende des Studiums für 3 Jahre am Kitete zu arbeiten. Damit hätten wir dann für mindestens 7 Jahre die fachärztliche Betreuung der Patientinnen gesichert. (finanziert durch Fondation pour une Solidarité Internationale)

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Dr Nassoro Kaponta    

Leider hat Frau Dr. Leoni Matt aus familiären Gründen unser Spital verlassen. Sie war nicht nur als erfahrene Oberärztin mit bei Lehraufenthalten in Tabora, sondern hatte auch ein 10% Pensum (finanziert vom USB), um Lehrmodule für Tabora zu entwickeln. Die Idee dahinter ist es Module zu erarbeiten, die leicht adaptiert an verschiedenen Orten in low-ressource Ländern benutzt werden können.

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Dr. Leoni Matt

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Ohne Kommentar 

Wir haben im Jahr 2019 wieder einen grossen Schritt vorwärts getan! Im Jahr 2020 soll der Schritt noch grösser werden!

Dies ist aber nur mit entsprechender Unterstützung möglich.

Herzlichen Dank!

André Kind

Für das gesamte Tabora-Team

 

Helfen Sie uns Wissen zu vermitteln!    
spenden v1111

 

 

Ein grosses Dankeschön an Sie alle!

Dies ist ein Projekt des Universitätsspitals Basel und der Swiss Surgical Teams.

Die Kosten für Aus- und Weiterbildung der Fachkräfte vor Ort allgemein und unendlich viel mehr (!!!) durch:

Fondation pour une Solidarité Internationale

Die Ultraschallkurse:

Stiftung für medizinischen Wissenstransfer SmW
Präsidentschaft Karin Villabruna und Dr. Walter Gysel

Für die Spenden danken wir:

Ganz herzlich für die vielen nützlichen Sachspenden die wir 2019 wiederum für Tansania entgegennehmen durften.

Wir danken den vielen privaten Spenderinnen und Spendern

über deren finanzielle Unterstützung wir all die Dinge finanzieren, die einen reibungsfreien Ablauf unserer Aktivitäten ermöglichen (von Batterien für Ultraschallgeräte, um kindliche Herztöne im Mutterleib zu hören, über Reparaturkosten für Abflüsse, Türen und Stromleitungen, bis hin zu lebenswichtigen Medikamenten, Operationsinstrumenten, Untersuchungs-lampen und ganz viel mehr…)

Dem Kantonsspital Baselland für die gute Kooperation beim Austausch der Hebammen und den Einsatz in Tabora: Jeanette Gröbli und Miriam Zoller (Leitung Hebammen), Brigitte Frey Tirri (Chefärztin)

 

Wir danken den Tabora-Teams des Universitätsspitals Basel:

Mai 2019          Samira Akra 
Dr. med. Maya Brunner
Martina Gisin 
Prof. Dr. med. I. Hösli
Dr. med. André Hofer
Dr. med. André Kind 
Patrick Rinderknecht
Prof. Dr. med. Albert Urwyler
  Dr. med. Heike Willi
  Miriam Zoller (KSBL)

 

Oktober 2019 Andrea Ankli
  Danielle Barth
  Roland Enzler
  Dr. med. Brigitte Frey Tirri
  Dr. med. André Kind
  Dr. med. André Kind 
  Dr. med. Cécile Monod
  Dr. med. Heike Willi
  Miriam Zoller (KSBL)

 

und für die Vorbereitung der Aufenthalte und die Firmenkontakte danken wir:

Heidi Recher, Administration Taboraprojekt
Parveen Rizzo, Sekretärin von Prof. Irene Hösli

 

Für die Unterstützung unserer Arbeit im Universitätsspital danken wir (alphabetisch):

Sabine Blum, Personalleiterin Spezialkliniken
Dagmar Böcker, Öffentlichkeitsarbeit Frauenklinik
Sieglinde Breinbauer, Leitung Bereich Betrieb
Volker Brunner, Medizintechnik
Robert-Jan Bumbacher, Verwaltungsratspräsident
Dr. Astrid Erbsen, ehemalige Leiterin Bereich
Spezialkliniken
Burkhard Frey, Generalsekretär
André Gattlen, Leiter Transporttechnik
Frank Greiner, Leiter Medizintechnik
Corinne Grolimund, Stationsleitung Mutter und Kind
Prof. Dr. med. Viola Heinzelmann-Schwarz, Gesamtleiterin Frauenklinik
Dr. Linda Herberich, Spezialärztin Frauenklinik
Iris Hochstrasser, Leitende Hebamme Gebärsaal, Frauenklinik
Ute Homberger, Leiterin Betriebswirtschaft Spezialkliniken
Dr. Werner Kübler, Spitaldirektor
Franziska Neumann, Direktionsstab
Thomas Pfluger, Leiter Marketing und Kommunikation
Andrea Remond, Hebamme, Frauenklinik
Kathrin Rietze, Human Resources Management
Andreas Schmidlin, Leiter Betriebstechnik
Bettina Steinle, Fachbereichsleiterin Pflege Spezialkliniken
Prof. Dr. med. Marcel Tanner, Verwaltungsrat
Prof. Albert Urwyler, Verwaltungsrat
Karin Uttard, Leiterin Pflege Poliklinik, Frauenklinik
Fabienne Vulliamoz, Leiterin Arbeitgebermarketing
Patricia Zeiser, Leiterin Fonds- und Drittmittelbuchhaltung

 

 

Dem ganzen Team der Frauenklinik für die tolle Unterstützung!

Unsere Lehraufenthalte in Tabora sind nur möglich, weil wir während dieser Zeit am Unispital durch Euch Alle vertreten werden.

 

Herzlichen Dank Ihnen allen und all den Ungenannten,
die uns im Jahr 2019 unterstützt haben.

 

 

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