10 Jahre Swiss Surgical Teams

Beat Kehrer, Teamleader SST / Präsident Jürg Ammann Stiftung

10 Jahre SST in der Mongolei! Die Mitglieder des ersten Teams von 1999 würden heute Ulaanbaatar kaum wieder erkennen. Die Stadt entwickelt sich in einem rasanten Tempo. Während im Zentrum erste gläserne Hochhäuser hochgezogen werden, wuchern die Aussenquartiere und Armenviertel immer weiter hinaus in die Hügel und Steppen. Die Kluft zwischen arm und reich wird immer grösser, was sich auch in der medizinischen Versorgung auswirkt: Auf der einen Seite gibt es aus dem Ausland (Korea) finanzierte moderne Privatkliniken, andererseits entwickelt sich das staatliche Gesundheitswesen wegen Geldmangels nur sehr zögerlich.

Das SST hat sich den veränderten Verhältnissen angepasst. Die Aktivitäten im Zentrum wurden zu Gunsten der Peripherie reduziert. Im Spital Nr. 1 ist Thomas Böhlen (Burgdorf) mit dem Thema Schmerztherapie auf grosses Interesse gestossen. Besonders wichtig war die Unterstützung der Kinderchirurgie durch Beat Hanimann und Ernst Waidelich (St. Gallen) für die das junge lokale Team besonders dankbar war, da es über keinen wirklich erfahrenen Kinderchirurgen mehr verfügt. In der Geburtshilfe hat Gero Drack (St.Gallen) in einer zweiwöchigen Parforceleistung praktisch im Alleingang einen Sonografie-Kurs für Geburtshelferinnen erteilt. Michel Gillet (Lausanne) und Warner van Maren (Aarau) haben im National Cancer Center (NCC) die bisherige Zusammenarbeit erfolgreich weitergeführt. Eine grosszügige Spende erlaubte uns zudem die apparative Ausrüstung des Operationsbereichs des NCC mit modernen Geräten zu ergänzen. Im Auftrag des SST leiteten M. Gillet und A. Rhode (Lyon) zusätzlich im September einen Kongress zum Thema Leberchirurgie und waren während dreier Wochen am NCC klinisch tätig.

Martin Oberholzer (Basel) wurde von der Health Sciences University of Mongolia mit dem Titel eines Ehrendoktors ausgezeichnet. Dank seinen Bemühungen konnte in der Mongolei ein eigenes Netzwerk für Telemedizin "MonTelNet" geschaffen werden. Er hat das Netzwerk im September vor Ort überprüft und weiter entwickelt.

Ausserhalb der Hauptstadt, in der unendlichen Weite der Wüsten und Steppen, scheint die Zeit still zu stehen. Unterstützung ist dort dringend notwendig und wir haben für diese Hilfe erstmals zwei Teams eingesetzt. Das Team Rotzer (Glarus) / Bärtschi (Zug) war zum zweiten Mal im Westen der Mongolei in Altai und Khovd aktiv. Ein zweites Team war erstmals unter der Leitung von Jörg Wydler (Aarau) in der Wüste Gobi, in Sajnshand, stationiert. SF1 hat in der Sendung 10vor10 über die Tätigkeit dieses Teams berichtet. Beide Teams sind zur Ausbildung des lokalen Operationspersonals mit je einer Operations-Fachfrau ergänzt worden. Im Rahmen eines Pilotprojektes der Schweizerischen Gesellschaft für Chirurgie (SGC) konnten zudem je ein junger Chirurg/in integriert werden. Ziel dieses Projektes ist, junge Schweizer Chirurgen für die Arbeit in Entwicklungsländern zu begeistern und auszubilden.

 

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